Camping auf dem Peloponnes

Auf dem Peloponnes ist das Camping die schönste Art des Urlaubs. Ob Sie mit dem Wohnmobil oder mit dem Zelt unterwegs sind – die Rundreise um den Peloponnes ist eine wunderbare Tour. Das hat sich herumgesprochen – bei der Rundreise um den Peloponnes trifft man heute viele Camper aus Deutschland, Italien und Frankreich.

Die Infrastruktur auf dem Peloponnes ist sehr gut auf die Campingreisenden eingestellt. An der gesamten Küste existiert ein enges Netzwerk an Campingplätzen, das nur an wenigen Stellen unterbrochen ist. Die Campingplätze auf dem Peloponnes sind von ansprechender Qualität und zumeist gut gepflegt. Das Highlight sind jedoch die abgelegenen Plätze, an die sich kaum ein Camper verirrt. Der mittlere Finger des Peloponnes – die Mani – oder auch weite Teile der Ostküste mit ihren steilen Pisten sind von den Hymer-Mobilen der rüstigen Rentner aus den europäischen Nachbarländern Griechenlands noch nicht vollends erobert worden. So lässt sich hier das Wildcampen, die Königsdisziplin eines jeden Wohnmobil-Reisenden, noch teils ungestört zelebrieren.

Alle Campingplätze des Peloponnes

Untenstehend finden Sie eine Google-Karte, die alle bekannten Campingplätze des Peloponnes beinhaltet.

Die Plätze sind mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet. Grün bedeutet, ich bin selbst auf diesem Campingplatz gewesen und ein Besuch lohnt sich. Orange bedeutet, es gibt verschiedene bestätigte Berichte über diesen Campingplatz. Rot bedeutet, ich bin selbst auf dem Campingplatz gewesen, aber der Besuch war nicht angenehm. Lila bedeutet, die Informationen zu diesem Campingplatz sind lücken- oder zweifelhaft.

Wildcampen auf dem Peloponnes

Wildcampen Westküste Peleponnes

Wildcampen an der Westküste des Peloponnes nahe Kyllini

In den vergangenen Jahrzehnte war es problemlos möglich, sein Zelt oder Wohnmobil “wild” in Strandnähe zu platzieren. In entlegenen Ecken des Peloponnes ist dies auch heute noch möglich. Polizei, Campingplatzbetreiber und Hotelbesitzer werden allerdings zunehmend dünnhäutiger, wenn es um das wilde Campen geht. Das hängt leider zum Teil auch mit dem rücksichtslosen Verhalten einiger Wildcamper zusammen. An manchem Strand ist in der Hauptsaison kein Platz am Wasser mehr frei, so dass die Griechen zu anderen Plätzen ausweichen müssen. Abends wird inmitten der Trockenzeit offenes Feuer entzündet und nach der Abreise ein nicht unerhebliches Quantum an Abfall hinterlassen. Die Eigentümer der weißen Hymer-Mobile richten sich an den Stränden des Peloponnes so ein, wie auf ihren Campingplätzen in der Eiffel und nutzen ihre Ausstattung zum Abstecken ihres Reviers. Das wilde Campen auf dem Peloponnes wird somit immer schwieriger und zieht zunehmend das Unwillen der Einheimischen Bevölkerung auf sich, das sich in den Sommermonaten zunehmend von ihren eigenen Stränden ausgegrenzt sieht – aber möglich ist es noch.

Dazu muss man die griechische Philosophie des Meeres verstehen: In Griechenland existierten kaum Privatstrände, an denen der Zugang nur über ein Hotel oder eine Apartment-Anlage möglich ist. Das Meer ist vielmehr Eigentum aller Griechen. Eine Institution wie die Kurtaxe, wie der erprobte Nordsee-Urlauber sie aus routinierter Gewohnheit kennt, ist somit ebenso unbekannt wie kostenpflichtige Strandbäder. Der freie Zugang zum Strand ist ein Stück griechische Lebensphilosophie. Wir sollten uns diesen Umstand entsprechend nicht zunutze machen, sondern ihn vielmehr wertschätzen – durch Respekt und Rücksichtnahme.

Wildcampen in einer versteckten Bucht an der Ostküste des Peleponnes.

Wildcampen in einer versteckten Bucht an der Ostküste des Peleponnes.

Helfen Sie mit, dass die Möglichkeit zum Wildcampen erhalten bleibt, indem Sie Rücksicht auf andere Urlauber und natürlich Einheimische nehmen. Halten Sie Zugangswege zum Wasser frei. Campieren Sie nicht direkt an der Wasserlinie sondern platzieren Sie sich in einiger Entfernung zum Wasser. Hinterlassen Sie keinen Unrat und graben Sie andere Hinterlassenschaften gründlich ein. Das Sie am Strand keine Chemie-Toiletten entleeren, muss selbstverständlich sein. Sollte in Strandnähe eine Grundwasserpumpe betrieben werden: Gehen Sie äußerst sparsam mit dem enthaltenen Wasser um, der in diesem Teil Griechenlands kostbar ist. Die Pumpen werden privat per Diesel-Generator betrieben. Offenes Feuer ist in den trockenen Monaten mit absoluter Vorsicht zu handhaben. Sie sind mit dem Wohnmobil unterwegs? Das ist schön – aber verzichten Sie doch auf ausladende Aufbauten – Markise und Außenteppich sowie raumgreifend geparktes Fahrrad sind freistehend am Strand nicht angebracht. Die Sitzmöbel sollten Sie nach Nutzung wieder in den Caravan verfrachten.

Die Gesetzeslage ist derweil eindeutig: Die Gesetzgebung über “organisierte Zeltlager” (§2, Artikel 10,  Gesetz N.392/1976 und N.779/1978) sieht für die Missachtung der einschlägigen Vorschriften bis zu drei Monate Haft oder Geldstrafen, aber auch eine Verwaltungsstrafe in Höhe von 146,74 Euro pro Person vor. Das hat der Staatssekretär des griechischen Ministeriums für Kultur und Tourismus Jorgos Nikitiadis im Jahre 2011 nochmals bekräftigt. Wenn Sie jedoch keine Gartenmöbel ausbreiten, so dürfen Sie überall halten und frei stehen, wo ein PKW auch parken darf. Auch ein Pick-Nick ist dabei nicht strafbar, wie ein griechisches Gericht entschieden hat (Entscheidung 2140/2008 des zweiten Juristamts von Chalkida).

Campingplätze auf dem Peloponnes

Zwischenstop auf einer wilden Bergpiste an der Ostküste des Peleponnes.

Zwischenstop auf einer wilden Bergpiste an der Ostküste des Peleponnes.

Möchten Sie länger an einem Ort weilen, so sollten Sie einen Campingplatz aufsuchen. Hier können Sie sich in Ihrer “Parzelle” nach Herzenslust ausbreiten. Bei längerer Standzeit können Sie mit dem Betreiber des Campingplatzes meist einen günstigen Preis aushandeln. Die Campingplätze auf dem Peloponnes sind fast durchgehend gut geführt, gepflegt und oft in sehr ansprechender Lage beheimatet. Für den Camping-Urlaub mit Kindern bietet sich ein Campingplatz am Sandstrand der Westküste des Peloponnes an. Die Ostküste des Peloponnes ist eher felsig, so dass Sie hier bessere Bedingungen zum Tauchen und Schnorcheln finden.

Ein paar Campingplatzempfehlungen von mir:

Camping Fournia Beach im Nordwesten des Peloponnes ist terrassenartig angelegt und hat einen hübschen Strand. Der romantische Platz bietet einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang. Ich empfehle den Platz als letzte Station auf dem Peloponnes – über die gut ausgebaute Straße gelangen Sie schnell nach Patras.

Simos Camping auf Elafonisos ist traumhaft in den Dünen gelegen – in 5 Minuten erreichen Sie den spektakulären Doppelstrand der Insel. Ein toller Platz, auf dem Sie sich zwischen vielen Einheimischen bald selbst als halber Grieche fühlen. Aber Achtung: Der Platz ist zumeist sehr dicht belegt. Viele einheimische Jugendliche verwandeln den Platz während der Hauptsaison in eine große Freiluftparty – nur bedingt erholsam. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Lefka Beach Camping im Nordosten des Peloponnes ist von Athen schnell zu erreichen und kann getrost als erster Stop angesteuert werden. Ein gelungener Urlaubsauftakt mit sehr netten Betreibern. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Sie haben einen neuen Campingplatz entdeckt? Schreiben Sie mir, ich nehme den Platz in die Karte auf.

8 Gedanken zu „Camping auf dem Peloponnes

  1. Michael Peter

    Vielen Dank für die sehr schöne und informative Seite. Wir werden Ende Mai mit unserem Wohnmobil 3 Wochen auf den Peloponnes verbringen und freuen uns wahnsinnig.

    Liebe Grüsse
    Michael & Isabelle aus Appenzell, Schweiz

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    1. Inselheld Beitragsautor

      Hallo, danke für die Rückmeldung! Viel Spaß auf dem Peloponnes, das wird sicher ein schöner Urlaub! Wenn Sie mögen, können Sie mir auch gerne einen kurzen Reisebericht schicken, den ich hier veröffentliche! Viele Grüße, der Inselheld

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  2. Pingback: Die schönsten Strände des Peloponnes - Peloponnes - Antiker Schatz im Mittelmeer

  3. Andreas Gräfe

    Hallo,
    wir (2 EW und 2 Ki mit kleinem Wohnwagen) fanden den Campingplatz Palouki in Elis an der Westküste auf unserer Rundtour im Sommer 2015 am schönsten. Ein außergewöhnlich freundlich, familiengeführter Campingplatz. Die Stellplätze sind wunderbar schattig – auch ohne künstliche Beschattung durch Matten o. ä. Wer das Glück hat, einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen, steht quasi direkt am flach abfallenden Traumstrand mit herrlichem Ausblick auf’s Meer und spektakulären Sonnenuntergängen. Aber auch die Stellplätze im hinteren Bereich sind alle sehr schön und vor allem schattig, was im Sommer auf dem Peloponnes ja auch nicht unwichtig ist.
    Direkt am Strand – mit Blick auf’s Meer – kann man abends lecker griechisch in einer tollen Taverne essen oder tagsüber einen Colddrink zu sich nehmen.
    Der Campingplatz ist super gepflegt. Die sanitären Anlagen werden mehrmals täglich gereinigt. Da gibt es nichts zu beanstanden.
    Die ganze Anlage ist wunderschön angelegt.
    Ein Wehrmutstropfen gibt es allerdings: Es gibt viele Ameisen. Die lassen sich aber austricksen und wer sich aufgrund der Ameisen entscheidet, den Campingplatz nicht zu besuchen, trifft definitiv eine Fehlentscheidung.
    Palouki selbst ist ein unscheinbarer Ort mit einem kleinen unspektakulären Hafenbecken. Allerdings treffen sich abends die Einheimischen an zwei Imbissbuden, wo es die besten Souvlaki von ganz Griechenland (Originalzitat des Imbissbesitzers) gibt. Dieses bunte, lustige, generationenübergreifende Treiben der Einheimischen ist jeden Abend wieder ein tolles Erlebnis, vielleicht weil so herrlich normal rüberkommt.
    Einmal in der Woche ist Markt in der fünf Kilometer entfernten Stadt Amaliada. Ein Markt, nicht für Touristen, sondern so wie die Märkte in Griechenland halt so sind. Sehr authentisch und in jedem Fall einen Besuch wert.
    Insgesamt war der Camping in Palouki für uns ein Volltreffer, den wir gerne weiterempfehlen möchten.

    Die auf dieser Seite für den Campingplatz Samos auf der Insel Elafonissos vorgenommene Bewertung können wir hingegen überhaupt nicht bestätigen. In der Hauptsaison ist der CP völlig überfüllt, vor allem mit griechischen Jugendlichen. Jeder Quadratzentimeter wurde an Camper vermietet. Wir erhielten einen Platz auf einem großen geschotterten Parkplatz. Völlig unattraktiv, unruhig und ohne jegliches Flair. Der Strand ist zwar wirklich ein Traum, aber der Campingplatz war für uns mit großem Abstand der schlechteste CP auf dem ganzen Peloponnes. Wir sind nach nur zwei Tagen wieder geflohen, obwohl die Insel und der Strand wirklich traumhaft sind. Tja so können sich die Wahrnehmungen unterscheiden.

    Der Einschätzung zum CP Lefka-Beach hingegen können wir absolut bestätigen.

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    1. Inselheld Beitragsautor

      Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich habe Ihren Hinweis zum Simos Camping in den Artikel aufgenommen. Tatsächlich ist der Platz in der Hochsaison extrem gefragt und sehr laut – auch wenn der Strand für vieles entschädigt. Haben Sie Lust und Zeit, mir eine Beschreibung des CP Palouki zu schicken? Selber war ich auf diesem Platz leider noch nicht, würde aber wegen Ihrer guten Erfahrungen gerne ausführlicher darüber berichten.

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    2. Gabi Lothringer

      Eine tolle Beschreibung des Campingplatzes Palouki!! Können wir absolut bestätigen. Sind gerade hier und fühlen uns sehr wohl. Der absolut schönste CPL, den wir bisher besucht haben.

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  4. Sonja Heer

    Vielen Dank für diese interessante Seite. Wir möchten im nächsten Jahr nach 1991 endlich mal wieder nach Griechenland. Zum ersten Mal als Camper.
    Meine Frage, warum war der Camping Erodios nicht angehnem für Sie?
    Da dieser Platz bei uns auch in der engeren Wahl ist, interessiert mich dies natürlich
    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus!
    Viele Grüße
    Sonja

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    1. Inselheld Beitragsautor

      Hallo Sonja,
      der Erodios-Platz hat aus meiner Sicht seine Tücken. Durch die direkt benachbarte Süßwasser-Lagune wimmelt die Gegend vor Mücken. Diese werden mittels eigens aufgestellten Insektenvernichtern vom Platz abgehalten. Wir hatten das Pech, mit unserem Zelt in direkter Nachbarschaft zu einem solchen Gerät zu lagern. Abgesehen von den Mücken ist der Platz aber empfehlenswert – bei meinem letzten Besuch haben wir uns für einen Bungalow entschieden und der Aufenthalt war ganz herrlich.

      Schöne Grüße und viel Spaß auf dem Peloponnes!

      Inselheld

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