Epidauros und sein Theater sind ein Highlight des Peloponnes-Besuchs.

Epidauros – Theater und Tempel

Epidauros ist Anziehungspunkt für kulturell interessierte Peloponnes-Besucher und Sonnenurlauber gleichermaßen – denn die weitläufige Anlage, die dem Gott der Heilkunst Asklepios gewidmet ist, ist beeindruckend. Mythischen Erzählungen nach handelt es sich bei der Stätte sogar um den Geburtsort Asklepios’. Das weitläufige Areal befindet sich in der Nähe der Stadt Nafplio und ist per Auto oder Reisebus gut erreichbar. 

Der Ort diente jedoch nicht ausschließlich der Verehrung des Asklepios. Ab dem 4ten Jahrhundert v.Chr. wurde der Ort zu einer hochmodernen medizinischen Einrichtung ausgebaut. Praktiziert wurde ein ganzheitliches Heilverfahren, das neben rituellen Waschungen auch Bäder- und Entspannungskuren, operative Behandlungen, Hypnoseverfahren und Medikamentengabe umfasste. Im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes, nach dem gesunder Körper und gesunder Geist in symbiotischer Harmonie existieren, waren das Theater und die Bibliothek des Ortes ebenso wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Zahlreiche Gäste und Besucher machten die Stätte zu einem reichen Ort, Ableger mit eindeutigem Bezug zu Epidauros wurden in Athen, Pergamon und sogar Rom errichtet.

Das Theater von Epidauros beeindruckt bis heute

Das prachtvolle Theater von Epidauros.

Das prachtvolle Theater von Epidauros.

Noch heute ist das Theater von Epidauros zweifelsohne der beeindruckendste Teil der Anlage. Es wurde im 4ten Jahrundert v.Chr. angeblich von Polyklet persönlich geplant und errichtet. Es bietet Platz für 14.000 Besucher und bis heute finden hier im Sommer Festspiele und Konzerte statt. Das Theater ist auch für seine besonders gute Akustik bekannt. Bis in die obersten Ränge ist jedes Wort zu verstehen, welches im akustischen Zentrum des Theaters gesprochen wird. Das akustische Zentrum ist mit einer dort eingelassenen Steinplatte markiert. Beliebte akustische Tests sind das Zerreißen eines Blattes Papier oder das Fallenlassen einer Münze an dieser Stelle. Wundern Sie sich also nicht, wenn Reiseführer oder Besucher entsprechende Verhaltensweisen an den Tag legen – probieren Sie es selbst aus.


Weitere Bauwerke von Epidauros

Neben dem Theater ist heute vor allem das kleine Museum auf dem Gelände sehenswert. Hier werden zahlreiche Gipsabdrücke antiker Statuen ausgestellt, die den früheren Reichtum des Ortes eindrucksvoll demonstrieren. Weitere Bauwerke sind in Epidauros heute zu besichtigen, auch wenn teilweise nur noch die Grundmauern bestehen:

  • Das Gästehaus ist ein ehemals zweigeschossiger Bau, in dem einst 160 Besucher Platz fanden – eine für die damalige Zeit unerhörte Zahl.
  • Das Abaton diente als Schlafsaal für die Patienten, die sich hier heilsamen Schlaf niederließen.
  • Die Propyläen sind der ehemalige Säulengang, der den Eingang zum heiligen Bezirk markierte. Die überdachte Säulenkonstruktion war einst von beeindruckenden Dimensionen, was noch heute an den verbliebenen Überresten sichtbar ist.
  • Der Tempel des Asklepios diente der Verehrung der zentralen Gottheit der Anlage. In seinem Inneren war eine Zeus-Statue beheimatet, die in Anlehnung an die berühmte olympische Zeus-Statue des Phidias mit Gold und Elfenbein besetzt war.
  • Architekturgeschichtlich ist das Tholos von besonderer Bedeutung, stellte es doch eines der ersten Beispiele eines dorischen Rundbaus dar. Das Gebäude war mit einer labyrinthartigen Konstruktion unterkellert, das bis heute Rätsel aufgibt. Entsprechend unsicher sind einstmaliger Sinn und Zweck des Bauwerks. Mutmaßlich diente es zunächst kultischen Zwecken, wurde in späterer Zeit jedoch auch zu medizinischen Zwecken verwendet.
  • Das Stadion von Epidauros war einst ein Wettkampfort, wenn auch nicht so bedeutend wie die entsprechenden Anlagen von Olympia. Bis heute ist die Wettkampfbahn erhalten.

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