Ruinen von Olympia auf dem Peleponnes

Olympia

Kein Ereignis hat die Jahrtausende so überdauert wie die olympischen Spiele. Olympia war auch vor der Einrichtung der Olympischen Spiele ein kultischer Ort zu Ehren des Götterkönigs Zeus, dessen Sieg über den tyrannischen Vater Kronos hier im Zentrum des Peloponnes alle vier Jahre Inszenierung fand. Die Olympischen Spiele selbst fanden seit 700 v. Chr. hier statt. Mit der Einrichtung der Kultstätte endete gleichzeitig die weit zurückreichende Besiedlung des Ortes Olympia, da es neben der Kultstätte keine irdische Bewohnung geben durfte.

Für die kleinstaatlich organisierte hellenistische Kultur entwickelte sich Olympia von einer religiösen Stätte zu einer überragend wichtigen kulturellen Einrichtung, da die verschiedenen, teils verfeindeten Herrschaftsgebiete Teilnehmer schickten und sich für die Zeit der Spiele zur Einhaltung des Friedens und des freien Geleits für alle Athleten verpflichteten. So fanden neben den olympischen Spielen auch diplomatische Spiele statt, wenn die Vertreter der verschiedenen Poleis aufeinander trafen. Im Laufe der Zeit wurde dann auch ein Schiedsgericht für politische Streitfragen sowie ein Orakel initiiert – letzteres konnte aber nie zur Bedeutung des Orakels von Delphi aufschließen.

Zeustempel Olympia

Blick in den Tempel des Zeus in Olympia auf dem Peloponnes

Die Spiele fanden zu Ehren des Göttervaters Zeus statt und wurden von strengen Regeln begleitet, über deren Einhaltung ein Schiedsgericht wachte. Die Statue des Zeus, der auf dem Gelände ein eigener Tempel errichtet wurde, gilt als eines der sieben Weltwunder der Antike. Sie wurde vom Bildhauer Phidias ganz aus Gold und Elfenbein errichtet, zur Finanzierung des Vorhabens ging ein Spendenaufruf in die gesamte hellenische Welt. Die ca. 12 Meter hohe Statue wurde im Inneren eines eigens errichteten Tempels geschaffen. Der Unterbau des Tempels ist gut erhalten, die Statue des Zeus hingegen wurde unter römischer Herrschaft im 4. Jahrhundert vollständig zerstört und seine kultische Verehrung durch die Spiele verboten.

Während die Besucher der Spiele in Zelten nächtigten, stand den Athleten eine professionelle Infrastruktur zur Verfügung. Trainingshallen, Bäder und Wohnanlagen waren geeignet, die Teilnehmer zu Höchstleistungen anzuspornen. Der Ruhm, der durch einen Sieg errungen werden konnte, dürfte jedoch der größte Ansporn gewesen sein. Von ihren jeweiligen Poleis wurden hohe Preisgelder und Versorgungsleistungen ausgeschrieben, die ihre Athleten zusätzlich motivierten. Diese sorgten aber auch dafür, dass bestochen und gekauft wurde – flog eine Bestechung auf, so hatte der Delinquent ein Strafgeld zu bezahlen. Die Errichtung immer neuer Statuen auf dem olympischen Gelände speiste sich wohl auch aus dieser Einnahmequelle.

Das olympische Gelände wurde demnach über Jahrhunderte hinweg zu einem prachtvollen Heiligtum ausgebaut, dessen Reste noch heute beeindrucken. Zahlreiche Tempel, Säulengänge, ja sogar das Stadion wurden freigelegt und teilweise rekonstruiert. Die ersten Ausgrabungen fanden am Ende des 19. Jahrhunderts statt und wurden durch deutsche Archäologen initiiert. Diese schlossen einen Vertrag mit Griechenland, der gleichsam eine neuer archäologische Ära einläutete. Denn die Relikte sollten in Griechenland verbleiben und nicht – wie bis dahin üblich – außer Landes gebracht werden. Dies versetzt uns heute in die glückliche Lage, im archäologischen Museum nahe der antiken Kultstätte eine äußerst umfangreiche Sammlung diverser architektonischer sowie künstlerischer Ausgrabungsfunde bewundern zu können.

Wer einmal das antike Olympia inspiziert wird sich klein vorkommen zwischen den gewaltigen Säulen und Fundamenten, die noch in gestürzter Form überschwänglich prunkvoll wirken und der historischen Bedeutung des Ortes Tribut zollen.

Im nahen Ort, dem neuen Olympia, ist man ganz darauf eingestellt, den Olympia-Touristen kulinarisch zu versorgen und ihn mit allerlei Andenken auszustatten.

2 Gedanken zu „Olympia

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