Die Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou

Am Rande der Mani, kurz hinter dem Ort Aeropoli, liegt ein spektakuläres Naturerbe der Region, die Tropfsteinhöhlen von Pirgos Dirou, die auch als Glyfada oder Vlychada bezeichnet werden. In der kilometerlangen Höhle lassen sich beeindruckende Gesteinsformationen sowie Tropfsteine aller Formen und Farben entdecken. Mit 15.400 Metern Länge ist die Höhle heute die größte bekannte Höhlenformation Griechenlands und eine der größten Europas.

Gesteinsformationen in der Höhle Pirgos Dirou.

Gesteinsformationen in der Höhle Pirgos Dirou.

Die Höhle von Pirgous Dirou wurde erst 1923 von regionalen Bewohnern wiederentdeckt und in den folgenden Jahrzehnten ausgiebig untersucht und beschrieben. Die Untersuchung wurde dabei durch das in der Höhle gesammelte Wasser erschwert – weite Teile der Gänge sind vollständig überflutet. So dauerte die Erkundung der Wege bis 2005 an, noch heute wird die Höhle wissenschaftlich beforscht. Auch menschliche Spuren wurden dabei entdeckt, so dass geschlussfolgert werden kann, dass die Höhle in lange vergangenen Zeiten sogar besiedelt war. Im angeschlossenen Museum lassen sich die Funde besichtigen.

Bootstour durch die Tropfsteinhöhle von Pirgos Dirou

Die Höhle verfügt über eine ausgeprägte touristische Infrastruktur. Laufend werden geführte Bootstouren durch die magische unterirdische Welt angeboten, die unbedingt lohnenswert sind. In gondelähnlichen Booten werden Sie durch die labyrinthartigen Höhlenarme gestakt. Der Bootsführer nutzt dabei keine Hilfsmittel außer einem langen Ruder, mit Hilfe dessen er sich vom Boden der Höhle sowie den Seitenwänden abstößt. Gleichzeitig sorgt er für die Sicherheit an Board, indem er die Anordnung der Besucher im Boot nach statischen Grundsätzen vornimmt und mit allerlei Kommandos in gebrochenem Englisch dafür sorgt, dass sich niemand in den teils sehr niedrigen Höhlengängen und Durchfahrten den Kopf anschlägt. Die sonstigen Kommentare des Bootsführers sind üblicherweise in griechischer Sprache gehalten, aber die Schönheit dieses Ort braucht auch keine weitere Erläuterung. Zur Sicherheit trägt jeder Besucher während der Bootstour eine Schwimmweste, zudem sind schwimmende Rettungsinseln an vielen Orten vertäut. Durch farbig changierende Beleuchtung wird die ohnehin schon spektakuläre Umgebung noch eindrucksvoller.


Die letzten Meter der Höhlentour werden dann zu Fuß zurückgelegt. Der gut befestigte Pfad bietet die Möglichkeit, sich in ausführliche Betrachtungen des Gesteins zu vertiefen, bevor nach ca. 200 Metern der Höhlenausgang oberhalb der Bucht erreicht ist.

Tipp: Das Museum ist Montags geschlossen, die Höhle ist jedoch durchgehend für Besuche geöffnet.

Geben Sie nicht der Versuchung nach, Felswände zu berühren oder sogar Stalaktiten oder Stalagmiten abzubrechen – die Höhle wird streng geschützt und Beschädigungen hart bestraft.

Die Eintrittskarte zur Höhle ist überraschend teuer – 12 € werden für Erwachsene fällig, 7 € für Kinder. Doch dieser für griechische Verhältnisse hohe Preis ist im internationalen Vergleich durchaus angemessen.


Höhle Alepotrypa

Eine weitere Höhle in direkter Umgebung ist wegen zahlreicher Funde menschlicher Besiedlung anthropologisch bedeutsamer, aber leider für Besucher nicht zugänglich: Die Höhle Alepotrypa (=Fuchslochhöhle) wurde ab 1958 erforscht und beinhaltet auch Felsmalereien.

 

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