Peloponnes Kräuter

Griechische Kräuter

Der antiken Göttin Hestia, der Beschützerin des Herdes, kann nicht nachgesagt werden, sie hätte ihre Dienstpflicht verletzt. Denn bis heute profitiert die griechische Küche von einer gewaltigen Geschmacksvielfalt, die ihren Ausgang in den saftigen griechischen Kräutern hat, die im Frühsommer jeden freien Flecken auch auf dem Peloponnes bedecken. Die aromatische Frische der Kräuter, gepaart mit weiteren köstlichen, sonnengereiften Zutaten, ergeben köstliche Speisen. Doch welches sind die wichtigsten griechischen Küchenkräuter?

Basilikum

Das Basilikum ist im gesamten Mittelmeerraum ein beliebtes Küchenkraut und wird typischerweise in Italien verortet. In Griechenland wurde Basilikum zunächst als Heilkraut verwendet. Das königliche Kraut – so lautet die griechische Bezeichnung Vasilikos übersetzt – wird in der griechischen Küche primär zum Würzen von Salaten verwendet. Dabei werden Blätter und Samen verwendet.

Dill

Der Dill kommt in vielen Regionen Griechenlands wild vor und wird gerne mit weißen Bohnen, Artischocken oder Lamm kombiniert. Für Soßen und zu Fisch wird Dill in der griechischen Küche nicht verwendet. Dill verleiht den Speisen ein süßliches Aroma.

Petersilie

Im antiken Griechenland wurde die glatte Petersilie verwendet, um Kränze für erfolgreiche Athleten zu flechten. Heute ist die glatte Petersilie eine Allzweckwaffe der griechischen Küche. Sie wird quasi in jedem Gericht verwendet, mitgekocht, geschmort oder beim Anrichten zum Dekorieren genutzt. Die glatte Petersilie ist milder als die deutsche, Krause Variante und verleiht den Speisen eine herrlich frische und sommerliche Note.

Minze

Das Minzkraut ist für sein extrem intensives Aroma bekannt. In der griechischen Zutat findet es zumeist in frischem Zustand Verwendung in Salaten, Dressings und Saucen. Dosieren sie die Minze mit Vorsicht, denn ihr dominanter Geschmack überdeckt schnell die weiteren Zutaten Ihres Gerichts.

Oregano

Der Oregano ist DAS Gewürz der griechischen Küche schlechthin. Kaum ein griechisches Gericht, in dem das aromatische Kraut nicht verwendet würde. Oregano wächst wild besonders zuverlässig an Berghängen – übersetzt bedeutet der Name “Oregano” daher auch Bergfreude. Der deutsche Name der Pflanze ist Dost. Oregano hat die angenehme Eigenschaft, in getrockneter Form nochmals aromatischer zu schmecken als in frischer Form. Neben seiner kulinarischen Eigenschaften war der Oregano lange Zeit auch als Heilkraut sehr begehrt. Seine Gerb- und Bitterstoffe sowie die enthaltenen ätherischen Öle wirken antiseptisch und helfen bei diversen Beschwerden von Halsschmerzen bis Husten. In der Heilkunde wird der Oregano zumeist als Tee verabreicht. Gleichzeitig sind die Inhaltsstoffe ein wirksames Mittel gegen Schneckenfraß, so dass die Oregano-Pflanze auch ohne weitere Pflege an trockenen, warmen Orten vorzüglich gedeiht.

Rosmarin

Der Rosmarin (“Ros maris” – Tau des Meeres) wächst in Griechenland vielerorts wild in dichten Büschen und wird unter den idealen klimatischen Bedingungen bis zu 2 Meter hoch. Besonders in Meeresnähe gedeiht er prächtig, morgens sammelt sich der Frühtau in seinen Blüten. Wie in der deutschen Küche auch, wird er als geschmacksgebende Komponente für Fleisch, Geflügel und Fisch verwendet. Besonders aromatisierend wirkt er bei Grillgerichten. Auch als Bestandteil von Marinaden für Ofengerichte kommt der Rosmarin zum Einsatz. Die Rosmarinpflanze ist empfindlich gegenüber Kälte und Feuchtigkeit, nördlich der Alpen gilt sie als nicht winterhart. Symbolisch repräsentiert der Rosmarin die Liebe – in der Antike war er der Liebesgöttin Aphrodite geweiht. Schenken Sie doch zum nächsten Hochzeitstag mal eine Rosmarinpflanze!

Safran

Das teure Safran ist aus dem persischen und arabischen Raum bekannt. Der Name leitet sich entsprechend aus dem arabischen Wort “zafaran” – Farbe – ab. Dies bezeichnet gleichsam seine Verwendung als gelbes Färbemittel. Der Safran darf aber auch in der griechischen Küche nicht fehlen. Safran wird aus den Blütenstempeln des Krokus gewonnen. Der griechische Safran gilt als qualitativ besonders hochwertig. 95% der weltweiten Safranernte stammt aus dem Iran. Der Safran lässt sich nur in mühsamer Handarbeit ernten – entsprechend hoch ist der Preis für Safran – im Supermarkt kostet Safran ca. 30,- € je Gramm. Guten Safran erkennen sie an seiner tiefroten, fast bräunlichen Farbe, und seinen sich trichterartig verbreiternden Fadenenden.

Salbei

Der Salbei prägt steckenweise die griechische Landschaft, die Blüten sind von hellem lila. In der griechischen Küche wird der Salbei gerne zum Würzen von Wurstfüllungen verwendet. Der beliebte griechische Faskomilo-Tee wird aus Salbei hergestellt. Wird er aus frischen Blättern gekocht, so sollte er mit reichlich Honig getrunken werden – der Tee schmeckt sonst recht bitter.

Thymian

Der intensive Geschmack des Thymian harmoniert vorzüglich mit Oregano – das resultierende Aroma ergibt besonders mit Lamm oder gegrilltem Fleisch eine delikate Kombination. Aber auch zu Fisch und Gemüse wird Thymian gerne verwendet.

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